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Benimmbuch für Fortgeschrittene
Was ziehe ich an, was bringe ich mit, warum bleibe ich nicht besser zu Hause? Diesen existenziellen Fragen sieht sich der moderne Mensch immer wieder ausgesetzt, wenn die Gesellschaft zum Vergnügen einlädt. Detailliert und mit viel Humor zeigt Elisabeth Binder, was man mit Make-up falsch und mit Anekdoten richtig machen kann, warum man Männer am Käsebuffet beobachten sollte und was Schniefröchler im Konzert anrichten.
Die festen Zusammenhänge alter Gesellschaftordnungen sind längst aufgebrochen, und wir haben uns an die Freuden eines sehr individualistischen Lebens gewöhnt. Wo traditionelle Familienbande nicht selbstverständlich sind, wo auch die schönsten beruflichen Erfolge nicht für einen Honoratiorenstatus auf Lebenszeit reichen, wo vor allem selbstgeknüpfte Beziehungen sich als wirklich verlässlich erweisen, ist es notwendig, sein soziales Umfeld immer wieder neu zu erobern: Dazu muss man sich in Gesellschaft begeben.
Gerade für moderne Menschen sind aber Ereignisse, bei denen man festlich zusammenkommt, oft eine schreckliche Prüfung. Nur Teenager glauben, dass Partys Spaß machen müssen. Gestandene Individualisten wissen es besser, ihnen graut davor. Mit einigen Tricks kann man sich das gesellschaftliche Leben allerdings einfach und angenehm gestalten, Klippen und Abgründe vermeiden und auch in Zeiten ungeschriebener Verhaltensregeln makellos und sicher auftreten. Ermutigende Beispiele gibt es genug: Die finsteren Prüfungen einer typischen Intellektuellenparty lassen sich ebenso gelassen meistern wie die glanzvollen Fallstricke großer Galas. Gutes Benehmen ist heute mehr denn je eine Frage der Einstellung. Die Regeln ergeben sich daraus ganz von selbst. Je souveräner man das Society-Surfing betreibt, desto mehr Lust bereitet es auch.
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